STS WORLD WIDE

Lisa in Irland

Mein Austauschjahr in Irland war mit Abstand das schönste Jahr in meinem Leben. Nachdem ich schon seit Jahren für ein Auslandsjahr schwärmte, entschied ich mich, ca. ein Jahr vor meiner Abreise, für die "grüne Insel". Sie erschien mir sehr naturnah und übersichtlicher als z.B. die USA. Des Weiteren hatten es mir die Gastfreundlichkeit, von der überall berichtet wurde, die Natur und die Tiere angetan.

So kam es, dass ich nach vielem Organisatorischen im August 2005 15-jährig nach Irland flog. Meine Erwartungen wurden zunächst nicht erfüllt, was dazu führte, dass ich meine Familie und damit den Ort wechselte. Ich zog von der kleinen Touristenstadt Killarney im Südwesten in die Nähe der ehemaligen Kulturhauptstadt Europas, Cork, in den Süden Irlands. Dort begann mein Austauschjahr und ich fing an, es in vollen Zügen zu genießen. Meine Gastfamilie nahm mich sehr herzlich auf und schon am ersten Abend war ich integriert, als kenne ich sie alle schon ewig. Die Familienbindungen waren sehr eng, sodass wir uns auch alle oft trafen, feierten, erzählten und viel übereinander erfahren haben.

Ich ging auf eine gemischte Schule, was in Irland nicht häufig vorkommt, da es überwiegend reine Jungen- oder Mädchenschulen gibt. Eine Schuluniform zu tragen war für mich gewöhnungsbedürftig, aber es birgt auch enorme Vorteile...

Da das vierte Jahr an der "Secondary School" fachlich nicht sehr anspruchsvoll war und wir mehr an dem Sozialverhalten des Einzelnen und der Gruppe arbeiteten, hatte ich nach der Schule viel Zeit, mit meinen drei kleinen Gastgeschwistern zu spielen, mich mit Freunden zu treffen oder verschiedensten Sportarten nachzugehen.

Wir unternahmen viele von der Schule organisierte Ausflüge, wie z.B. eine Klassenfahrt nach Cappanalea, das "Outdoor Camp", wo wir lernten uns abzuseilen, mit dem Kompass zurecht zu finden, Kanu zu fahren, und unser Lager aufzuschlagen, sowie uns in der Natur Essen zu kochen, um dann an den letzten beiden Tagen einer Route zu folgen, wobei es galt, alle Hürden zu überwinden und sicher am Ziel anzukommen, um dann unser Nachtlager aufzuschlagen. Weiterhin organisierten wir Projekte an der Schule, verbrachten einen Tag in Dublin und arbeiteten viel in Gruppen, so z.B. auch in den für Deutschland eher untypischen Unterrichtsfächern wie Japanisch oder Hauswirtschaft. Die Schule bot sehr viele Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen, den Teamgeist zu stärken und neue Freundschaften zu knüpfen. Ich spielte Hockey und Fußball, ging Tanzen und organisierte mir selber, dass ich jeden Samstag meinem geliebten Hobby, Reiten, nachkommen konnte.

Meine Gastfamilie machte sehr viel für mich und ermöglichte mir auch einen Kurzurlaub im Disneyland in Paris, worüber sich besonders meine Gastgeschwister sehr freuten. Ich versuchte auch meiner Familie so viel wie möglich zu helfen und passte regelmäßig auf meine Geschwister und auf unsere Nachbarskinder auf. Dabei spielten wir viel draußen, gingen spazieren, malten, tanzten, backten Kuchen nach deutschen Rezepten oder guckten vielleicht auch einfach nur eine DVD.

Jedes Entgegenkommen beruht auf Gegenseitigkeit und dies kommt in Irland auch sehr zur Geltung. Die Iren sind ein wahnsinnig liebes Volk, was sehr gastfreundlich ist und mich mit offenen Armen empfing. Noch heute, zwei Jahre nachdem ich zurück nach Deutschland kehrte, denke ich jeden Tag an meine Gastfamilie und meine Freunde. Wir sind in regelmäßigem Kontakt, entweder übers E-Mail-Schreiben oder telefonieren.

Letzten Sommer flog ich für vier Wochen nach Irland, was sich anfühlte, als ob ich nach Hause fliege - vielleicht ist es bald schon (nach meinem FSJ) mein Zuhause mit Studium und nachfolgendem Beruf; vielleicht für immer...

Ich wünsche allen folgenden Gastschülern ein unvergessliches Jahr in ihrem Gastland, eine liebe Familie und tolle Erinnerungen, die sie genauso prägen, im Bezug auf soziale Kompetenz, Selbstständigkeit, Selbstsicherheit und Fernweh, wie mich...


STS High School